Bargeld – ein „Auslaufmodell“ im Zeitalter der Kryptowährungen?
Kryptowährungen sind seit fast schon einem Jahrzehnt ein heißes Thema in der Finanzwelt.

Kryptowährungen sind seit fast schon einem Jahrzehnt ein heißes Thema in der Finanzwelt. Es handelt sich dabei um eine digitale oder virtuelle Währung, die Kryptografie für die Sicherheit nutzt und unabhängig von einer Zentralbank funktioniert. Kryptowährungen werden von der Branche selbst als Zahlungsmittel der Zukunft beworben. Können diese künftig traditionelle Währungen und Bargeld ersetzen? Aus unserer Sicht auf keinen Fall, und zwar aus den folgenden Gründen:
- Bargeld ist sicher: Vor dem Hintergrund von Herausforderungen wie Energiesicherheit und Cybersicherheit ist ein lückenloses funktionieren digitaler Infrastrukturen nicht gewährleistet. Wenn diese ausfallen – beispielsweise durch Blackouts oder Cyberangriffe – ist Bargeld die einzige noch verfügbare Zahlungsmethode.
- Bargeld ist Alltag: Obwohl Kryptowährungen in den letzten Jahren an Popularität gewonnen haben, sind sie als Zahlungsmittel noch nicht weit verbreitet – vor allem in alltäglichen Transaktionen. Bargeld hingegen wird fast überall akzeptiert und ist nach wie vor das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel.
- Bargeld ist stabil: Kryptowährungen sind für ihre Volatilität bekannt, und ihr Wert kann innerhalb kurzer Zeit stark schwanken. Dies macht sie zu einer risikoreichen Investition und einer instabilen Form der Währung. Bargeld hingegen ist stabil und zuverlässig – und bei einem Crash im Bereich Krypto die einzige verbleibende Zahlungsoption. Die Zentralbanken können die Geldmenge und die Zinssätze anpassen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und sicherzustellen, dass die Währung stabil bleibt.
- Bargeld kann vertraut werden: durch das volle Vertrauen und die Kreditwürdigkeit der Regierung, die sie ausgibt, sind klassische Währungen abgesichert. Das bedeutet, dass die Bürger darauf vertrauen können, dass die Währung einen Wert hat, weil die Regierung sie garantiert. Der Wert von Kryptowährungen hingegen wird allein durch die Marktnachfrage bestimmt.
- Bargeld ist zugänglich: Kryptowährungen können zwar online gekauft und gehandelt werden – dies erfordert aber ein gewisses Maß an technischem Wissen und Infrastruktur. Menschen, die keinen Zugang zu den erforderlichen Technologien oder Kenntnissen haben sind hier ausgeschlossen. Bargeld hingegen kann von jedem genutzt werden und ist – aktuell noch – leicht verfügbar.
- Bargeld ist Verbraucherschutz: Bargeldnutzung ist die Antithese zum gläsernen Konsumenten. Bargeldtransaktionen sind anonym und bieten damit ein hohes Maß an Privatsphäre wie auch Schutz für Verbraucher. Transaktionen von Kryptowährungen können – auch wenn Pseudonyme verwendet werden – zurückverfolgt und die beteiligten Parteien identifiziert werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass an Bargeld als Zahlungsmittel festgehalten werden und der Zugang zu diesem sichergestellt werden muss. Diese Auffassung teilt auch Bundesbank-Vorstandsmitglied Burkhard Balz: „Bargeld ist für mich ein Stück weit gelebte Freiheit. Daran halten wir als Bundesbank auch weiter fest. Solange die Menschen Bargeld nutzen wollen, wird es im Eurosystem Bargeld geben“. Politisch muss deswegen der Rahmen für einen funktionierenden Bargeldkreislauf gesetzt werden. Pfeiler sind hier die flächendeckende Verfügbarkeit und die weitreichende Akzeptanz von Bargeld als Zahlungsmittel.