Bundesbank-Vorstandsmitglied Beermann referiert zur Zukunft von Bargeld
Neben den Besonderheiten von Bargeld und seinen Vorteilen in Krisen erläuterte er, wie sich die Deutsche Bundesbank anhand von Szenarien auf die mittel- bis längerfristige Zukunft einstellt.

Auf der Banknote & Currency Conference 2022 in Washington referierte Deutsche Bundesbank Vorstandsmitglied Prof. Johannes Beermann über “Cash in the future” (die auf Englisch gehaltene Rede im Original). Neben den Besonderheiten von Bargeld und seinen Vorteilen in Krisen erläuterte er, wie sich die Deutsche Bundesbank anhand von Szenarien auf die mittel- bis längerfristige Zukunft einstellt.
Ökonomische Funktionen von Bargeld
In seiner umfassenden Rede hob Herr Prof. Beermann hervor: „Der Bargeldumlauf nimmt in Deutschland und im gesamten Euroraum weiter zu. Bargeld erfüllt verschiedene ökonomische Funktionen. Eine davon ist die Wertspeicherung. Eine andere ist, Zahlungen zu leisten. Nach unseren Schätzungen wird in Deutschland nur etwa jede zwanzigste von der Bundesbank ausgegebene Banknote zum Bezahlen verwendet“. Er wies zu dem darauf hin, dass der Schutz vor finanziellen Verlusten, Privatsphäre und Ausgabenübersicht entscheidende Merkmale seien, die Verbraucher von einem Zahlungsmittel erwarten.
Bargeld bedeutet Unabhängigkeit
Und weiter: „Physisches Bargeld bietet drei einzigartige Formen der Unabhängigkeit, die es von digitalen Zahlungssystemen unterscheidet. […] Die Menschen in Deutschland schätzen Bargeld nicht nur als einfach zu handhabendes und vertrautes Zahlungsmittel, sondern auch als sicheres Wertaufbewahrungsmittel. Eine Studie der Bundesbank zeigt, dass 2020 6 von 10 Transaktionen in Deutschland im Erhebungszeitraum bar abgewickelt wurden.“
Bargeld muss erhalten bleiben
Für die Zukunft müsse sichergestellt werden, dass der Zugang zu Bargeld und die Annahme von Barzahlungen bei sinkender Bargeldverwendung aufrechterhalten werden. Damit die Verbraucher weiterhin die freie Wahl zwischen verschiedenen Zahlungsmitteln haben, müsse Bargeld weiterhin verfügbar und allgemein akzeptiert sein.